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Landespolitik

Baden-Württembergs Regierungschef Mappus ließ sich den Kauf des Stromriesen EnBW vom CDU-Vorstandskollegen und Morgan-Stanley-Chef Dirk Notheis organisieren. Dessen Investmentbank verdiente Millionen. Eine Ausschreibung gab es nicht.

EnBW soll Dax-Konzern werden Stefan Mappus, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, und Dirk Notheis, Chef der Investmentbank Morgan Stanley, sind Freunde, auch Parteifreunde. Neuerdings machen die beiden auch Geschäfte miteinander, seit neuestem in Milliardenhöhe. Zehn Jahre nach der Privatisierung kaufte Mappus Deutschlands drittgrößten Energieversorger EnBW wieder zurück. Einst hatte Vorvorgänger Erwin Teufel die Unternehmensanteile verkauft. Jetzt nahm Baden-Württemberg dem französischen Energiekonzern EdF für 4,7 Milliarden Euro dessen 45 Prozent Anteil an dem Karlsruher Unternehmen wieder ab. Der Kaufpreis lag um 18 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs. Dieser Mehrpreis – in Summe rund 850 Millionen Euro – wurde als Prämie für den Erwerb der Kontrollrechte bezahlt. Laut Mappus soll der Energieversorger an der Börse als Dax-Konzern platziert werden. Milliardengeschäft bringt Landesregierung in Bedrängnis Der Deal ist umstritten, weil noch viele sensible Fragen zu beantworten sind. Fragen nach den Perspektiven der EnBW. Der Konzern wird durch die von der Bundesregierung beschlossene Brennelementesteuer am stärksten belastet. Am dringendsten stellen sich zwei Fragen, die das Zustandekommen betreffen. Erstens: Warum wurde ausgerechnet dieses Geschäft ohne eine zumindest vertrauliche Ausschreibungsvariante abgewickelt? Zweitens: Warum ging der Auftrag ausgerechnet an einen engen CDU-Freund, der auch im Landesvorstand der CDU sitzt? Die Investmentbank Morgan Stanley dürfte jetzt auch große Chancen haben sowohl bei der Finanzierungsanleihe als auch beim späteren Börsengang zum Zuge zu kommen. Ein G’schmäckle bleibt Auf diese Weise kommt Mappus in den Ruch der Vetterles-Wirtschaft. Clever ist das nicht, „knitz“ (die höchste Form von Anerkennung im Schwäbischen) schon gar nicht. Selbst dann, wenn das Geschäft objektiv ordentlich verhandelt wurde, ist es subjektiv für Mappus riskant. Es setzt ihn, weil es ein G’schmäckle hat, unter Rechtfertigungszwang. Das Geschäft mit dem Busenfreund ruft die Erinnerung an die „Traumschiff-Affäre“ von Lothar Späth wach. Ob die Rechnung für Mappus und das Land aufgeht werden erst die Landtagswahl und der Börsengang zeigen. (Heinz Herberger)

 
 

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